Wenn Kinder spielen sind sie gesund

Den nächsten Tag sind wir immer weiter gen Aktöbe gefahren. Irgendwann endete die akzeptable Straße an einer Baustelle. Danach wurde es richtig übel, vorallem für die Karachokombo, deren Auto komplett überladen auf der Hinterachse sehr sehr tief lag. Wir sind dann irgendwann von der „Straße“ heruntergefahren, da es auf den hier halbwegs verfestigten Sandpisten neben dem Asphaltalptraum deutlich besser voranging. An der Stelle konnte unser knallroter Gunther dann richtig glänzen: Dank den Beiden von unsere kleine Autofarm, die uns das Auto höhergelegt hatten, sowie unserem Schlagschutz von Herberger Metallwaren, konnten wir da unglaublich gut düsen. Hat richtig Spaß gemacht und war der Moment auf der ganzen Rallye, auf dem man gemerkt hat, dass das Auto voll in seinem Element ist. Vielleicht finde ich irgendwann auch noch das Go-Pro Video dazu.

Auf jeden Fall haben wir diesen Umweg genutzt, um massig Videos und Fotos zu machen. Wir konnten ja problemlos vornweg düsen oder ggF. auch wieder aufholen. Irgendwann haben wir auch mal die Autobesatzungen durchgetauscht, damit jeder mal sein eigenes Auto bei der Fahrt fotografieren kann. War ein Heidenspaß.

Irgendwann kam uns dann ein Russe in einem komplett zugestaubten großen Geländewagen entgegen. Der hat gemeint, wir hätten keine Chance mit unseren Autos, auf dem Weg Aktöbe zu erreichen. Da die Karachos schon da zweimal gedacht hatten, sie bleiben dauerhaft liegen, sind wir dann umgekehrt gen Atyrau. Und haben ihren indischen Hookerhostelbesitzer verflucht, der den Tip für die Strecke mit dem Kommentar „Offroad ist besser als Onroad“ gegeben hatte.

Im Endeffekt haben wir durch die Aktion einen ganzen Tag verloren, hatten aber mächtig Spaß (wir, die Kombo wohl weniger :/). Ach ja, bei Team FRank hat sich bei der ganzen Sache zweimal der Auspuff gelöst, die haben das aber gewohnt professionell recht schnell fixen können. Hier mal ein paar Fotos.

Am Ende haben wir wieder irgendwo in der Nähe der Straße gezeltet und uns so langsam Richtung Uralsk vorgearbeitet.

Kasachische Straßenverhältnisse

Das verleitet mich dazu, mal die von Kasachen gegebenen Beschreibungen zur Straßenqualität unseren eigenen Erlebnissen gegenüberzustellen und eine grobe Karte zu skizzieren:

lemap

1 Hier waren wir ja schon langgefahren. Eine der schlechtesten Straßen der ganzen Reise
2 Kurz hinter Makat dann auch richtig schlecht. Laut einem kasachischem Hostelbesitzer aber problemlos passierbar. Irgendein Team hat sich hier durchgekämpft, nach Hörensagen haben sie 3 Tage gebraucht. Für uns irgendwann unpassierbar
3 Streckenabschnitt wurde uns von Kasachen als „perfekt“ beschrieben. Tatsächlich immer einige (meist zweistellige) Kilometer ok, wenn man dann langsam dösig wurde tauchten entweder Bodenwellen oder Schlaglöcher (oder Kühe, Kamele, Pferde) auf, die einem das Auto komplett aushebeln konnten. Das hat öfters mal gut gescheppert, im Dunkeln nicht zu empfehlen
4 Soweit ich mich erinnern kann etwa wie die 3, allerdings waren dann hier auch noch gelegentlich richtig gut bewaffnete/befestigte Straßensperren zusätzlich zur normalen Straßenpolizei. Hintergrund klären wir noch auf
5 Tatsächlich mal bis auf kurze Abschnitte gute Straßen
6 Hier war Katz und Maus mit der Straßenpolizei angesagt. Meist gute Straßen, aber oft auch total schlimme Beschilderung: bspws. eine über 50km lange Baustelle mit immer abwechselnd 20 und 40 km/h. Und ratet, wer an schattigen Plätzen auf Verkehrssünder gelauert hat… Auch auf unserer zweiten Passage Kasachstans konnte der Süden mit undurchsichter, zum Teil sinnfreier, aber ständig überwachter Verkehrsregelung glänzen

Ansonsten gibt es noch ein paar bemerkenswerte kleine Details zu Kasachstans großen Straßen. Als erstes: es gibt dort tatsächlich öfters mal Rastplätze. Was die insbesondere im Vergleich zu europäischen Rastplätzen auszeichnet, ist, dass eigentlich immer eine Rampe vorhanden ist, auf die man sein Auto hochfahren kann, um nach Schäden am Unterboden zu schaun. Ansonsten meistens ein Imbiss, eine schreckliche Toilette und sehr viel Stellplatz. Vielleicht noch ein paar Tiere, von verwilderten Hunden bis zu Pferden, die den Ort irgendwie auch anziehend finden.

Darüber hinaus sind die großen Straßen durchaus asphaltiert, was aber für die Zubringerstraßen zu kleineren Orten oder Nebenstraßen in Orten nicht unbedingt gilt. Dementsprechend laufen die meisten Abzweigungen von den Hautpstraßen nach 5m Asphalt als 2 Spuren im Sand weiter.

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