Einreise

Die Einreise nach Georgien verlief wunderbar problemlos. Sogar ohne Gepäckkontrolle, mit 2 georgischen Beamtinnen, die auf Englisch unsere Fragen zu Fahrzeugpolice und Co beantworten konnten. Kleiner Stempel in den Reisepass und alles war gut. Fahrzeugpolice: nicht notwendig. Wahnsinnig unkompliziert alles.

Hinter der Grenze dann gleich die erste typisch georgische Kirche
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Ansonsten haben wir gleich ein paar Kilometer weiter unsere Autos unter Palmen geparkt und uns am Strand ins Wasser geschmissen

Am Strand war dem Augenschein nach primär russisches Badepublikum unterwegs. Gelegentlich ein Georgier oder eine georgische Babushka, die Erfrischungen verkauft hat. Und dubiose Menschen, die uns entweder für die Nutzung der Liegesessel oder der Parkmöglichkeiten Geld abknüpfen wollten. Aber eine ziemliche Idylle.

Nebenher bin ich dann eingeschlafen, den Sonnenbrand bin ich über eine Woche nicht losgeworden (man hat auch versucht, mich zu wecken, war wohl zwecklos). Ansonsten haben wir uns dann nach ein paar Stunden in das Zentrum von Batumi begeben.

Batumi

In Batumi knallen Welten aufeinander. Tatsächlich ist es eine Art Boomtown, es wird dort richtig viel investiert. Die skurillsten Bauwerke erheben sich dort – und direkt dazwischen ganz eindeutig Sozialwohnungen mit ebensovielen Stockwerken wie die Hotels. Komplett kaputte Autos neben Nobelkarossen, ziemliches Chaos im Verkehr. An der Stelle begannen wir uns dann auch schon Sorgen zu machen, weil wir keine Fahrzeugpolice abgeschlossen haben. War teilweise echt übel.

Wir sind dann einen Geocache in einem (Restaurant) Turm heben gegangen, was uns einen schönen Ausblick auf Batumis weißes Haus, Kolosseumsnachbau, japanisches Schloss, Hotelneubauten von Trump und Co, Strand usw. verschafft hat:

Dort oben haben wir dann auch Milan Kuska getroffen, der als Wahlbeobachter in Georgien unterwegs ist. Er stammt aus Tschechien/Prag und musste uns dann (in perfektem Englisch) etliche Dinge zu Georgien erklären. Von ihm stammt bspws. die Info, dass einer der wichtigsten Investoren in Batumi ein gewisser Donald Trump ist. Auch meinte er, dass Georgien kurz davor steht, erstmals Veränderungen durch eine faire Wahl zu erleben – in dem Sinne müssen wir uns da nach dem Urlaub nochmal informieren, was da eigentlich passiert ist.

Der kleine Kaukasus

Wir sind dann Richtung Berge gefahren. Die Hotelneubauten verschwanden ziemlich schnell und wichen flachen Häusern, fast schon orientalisch anmutendem Chaos und Alleen. Wir fuhren, entgegen der Empfehlung (in Hinblick auf die Lebensdauer der Autos) von Herrn Kuskas, den kleinen Kaukasus hinauf. Wunderschön an einem Fluss, grüne Hänge, Kühe auf der Straße, überall Wald. Super Sache. Abends sind wir dann einen kleine steilen Weg an den Fluss heruntergefahren und haben dort gezeltet.

Auch hat sich dann ein georgischer Radler zu uns gesellt und georgische Süßigkeiten verteilt. Unter anderem hauchdünne, ledrige Scheiben in kräftigen Grün- oder Rottönen, die wie wir vermuten aus gepressten Apfel(schalen?) bestehen. Auch ein paar Tschurtschchelas wurden uns angeboten. Dabei handelt es sich um ein traditionelles georgisches Konfekt, bei dem Walnusskerne auf einem Faden aufgezogen und anschließend mit Traubensaftkonfitüre überzogen werden. Sehr lecker!

Der zweite Tag

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Am nächsten Morgen sind wir in einem sanften Ambiente erwacht. Die Autos wieder den Hang hochzubekommen war allerdings keine leichte Aufgabe. Die Grenzgänger haben ihren Astra irgendwann rückwärts den Hang hochbugsiert, die Panzertapeladies haben es in 2 Anläufen mit sehr viel Schwung geschafft. Bei uns gings im ersten Rutsch, da hat sich das Gewicht des Autos ausgezahlt!

Den restlichen Tag sind wir den kleinen Kaukasus erst fertig hochgekraxselt, die Straßen wurden immer staubiger und schwieriger. Auf der Spitze wieder der Versuch, einen Cache zu heben.

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Dann auf einer kleinen Straße durch irgendwelche Bäche, viel Staub und andere kleine Hindernisse wieder runter. Bemerkenswert: an der Stelle, an der der Weg besser wurde, wuschen gleich mehrere Leute ihr Auto. Das haben wir noch öfters erlebt: je staubiger die Wege auf dem Land, desto wichtiger war es den Leuten, ein sauberes Auto zu fahren.

Nachdem wir die Berge passiert hatten haben wir einen zweiten, sehr touristischen Ort erreicht: Achalziche. Dort gibt es eine anscheinend eine sehr schön ausgebaute Festung, uns hat in dem Moment der Umstand, dass es Eintritt kostet, abgeschreckt. Und wir haben zum ersten Mal einen der augenscheinlich nagelneuen georgischen Supermärkte besucht, mit lokalen Spezialitäten, Kaffeetheke und Wifi.

An der Stelle ein kurzes Zwischenwort zu georgischen Spezialitäten: in diesen Supermärkten durften wir georgisches Brot (Chatschapuri) kennenlernen. Eine unglaublich geniale Kraftnahrung beim Autofahren. Das ist eine Art Rundbrot mit pizzaartig erhöhtem Rand. In der Mitte ist, konsistenztechnisch ähnlich zu Quarkkuchen, Käse eingebacken. Gibt es in verschiedenen Sorten, ist lecker und stopft. Daneben gibt es verschiedene völlig geniale (da sind sie wirklich nicht zu stoppen, das geht garnicht, so gut war das) süße Brote mit Zimtgeschmack, kein bisschen trocken, manchmal mit Rosinen, wirklich unglaublich genial.

Abends haben wir dann wieder an einem Flusslauf geschlafen, wobei wir uns mit einer mittelmäßigen Planenkonstruktion zwischen den Autos vor ziemlich heftigem Regen retten mussten. Außerdem kam ein alter Mann vorbei, der sehr hilfsbereit und betrunken war und nur russisch sprach. Was er genau wollte wissen wir leider nicht, aber er war ein paar Stunden direkt bei uns mit an bzw. unter der Plane.

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