Am schwarzen Meer

Da wir am Vortag nicht besonders weit gekommen waren mussten wir mal wieder Strecke machen. Rumänien hatte uns bisher richtig gut gefallen, aber die Gegend um Bukarest hat es uns ein Stück versaut. Die blanke Tristess, blutjunge Mädchen am Straßenrand und alles komplett flach. Bukarest selbst hat sich für uns auf ein paar Plattenbauten am Horizont beschränkt.
An der bulgarischen Grenze vollzog sich dann wieder ein krasser Schnitt. Während in Rumänien gebaut wurde, neue Straßen das Bild bestimmten und Menschen oft in kleinen Villen zu leben schienen, haben wir in Bulgarien mehr alte Sovietromantik verspüren dürfen. In den meisten Gegenden schienen die Gebäude noch auszusehen, wie vor 50 Jahren, gut gepflegt abe Trist. Es gab aber auch Ecken, in denen intakte Fenster nicht zum Lebensstandart gehörten.
Außerdem gab es deutlich mehr komplett unbesiedelte Gegenden auf unserer Route, dazwischen immer mal eine große Stadt. Wir fuhren dann in die Dunkelheit hinein, um noch am schwarzen Meer anzukommen.

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Anscheinend hatten eine ganze Reihe Teams die Idee, dort verhältnismäßig günstig in einem Hotel zu übernachten. Highlight der Reise zum Hotel: einen Laster ohne Rückscheinwerfer im Dunkeln überholen. Fahrzeit am Donnerstag: fast 12h, gehalten haben wir nur zum Tanken. Eigtl. eine sehr unangenehme Art, zu reisen. Aber wir wollen uns in Astrachan mit den Jungs von der Karachokombo treffen und gemeinsam mit den Verrückten durch Kasachstan reisen. Dafür ist das leider nötig.

Checkpoint!

Nach der Nacht unte dem Metallpavillon gings in Kollone weiter zur Checkpointparty in Viseu de Sus, mitten durch die Karpaten. Landschaftlich hat Rumänien auf jeden Fall einiges zu bieten! Auch war man uns wohlgesonnen, ständig wurden die wild beklebten Autos gegrüßt und die Leute haben sich wahnsinnig gefreut, wenn wir zurückgewunken haben.

Über das Autofahren in Rumänien lässt sich berichten, dass es uns verflucht viel Spaß macht. Man muss damit rechnen, dass man, wenn 30 ausgeschildert sind, mit 90 den Berg hochfährt und dabei von einem LKW überholt wird. Gelegentlich wird sowas dann fast etwas gefährlich, aber ansonsten ist es irgendwie kernentspannend, mal einfach nicht auf die Stvo achten zu müssen.

Die Straßen selbst sind übrigens in einem super Zustand, Huckelpisten gibts nur ab vom Schuss. Überall wird gebaut und neu gestrichen!

Die Checkpointparty war ziemlich klasse. Auf dem Parkplatz bei Viseu de Sus wurde grob vorgeglüht, dann gings mit einer alten Schmalspurdampflok ca 2,5h in die Berge zu Essen und noch mehr Palinka und Bier. Einige der Rallyeteilnehmer kamen schon sturzbetrunken beim BBQ an!

Das Ganze ging dann, zumindest für mich (Fabian) bis etwa halb 3. Aufgestanden wurde dann halb 7, da wir vor den Holzarbeitern die Eisenbahnstrecke passieren sollten. Als Zugfahrzeug für die Bahn kam ein Ford Transit zum Einsatz, den man auf Schmalspureisenbahn umgebaut hatte! Der Rückfahrt zog sich dann mit mehreren Halten bis etwa 11.

Danach sind wir gen Süden gefahren, um so weit als möglich im Hellen zu kommen. Genächtigt haben wir dann auf einem rumänischen Feldweg, auf dem wir durch Zufall auch noch das Gringos Land Racing Team getroffen haben. Die sind dann aber noch auf eine Nachtfahrt aufgebrochen, um Strecke zu machen.

Die Nacht selbst verlief ruhig, außer, dass Normen mit der Axt ein paar wilde Hunde verteiben musste. Ich selbst war dermaßen komatös, dass ich davon nichts mitbekommen habe.

Von Bratislava nach Rumänien

Eine Nacht in Bratislava! Tatsächlich scheint Bratislava ein richtig guter Ort zu sein, um lange Abende zu verbringen. Das Problem war, dass wir ziemlich am Ende unserer Kräfte waren, als wir dort ankamen. Entgegen unserer eigentlichen Police haben wir uns entschieden, ein Hostel zu nehmen. Einerseits wollten wir endlich eine Nacht gut schlafen (Schlaf war zum Ende der Vorbereitungen Mangelware geworden und auch in Hohenthann haben wir aus unerfindlichen Gründen auch schlecht geschlafen) und andererseits WLAN nutzen um einige unserer IT-Probleme zu lösen.

Leider sollte beides ziemlich in die Hose gehen. Die Internetanbindung im Hostel war, möglicherweise mit System, grottig. Das WLAN-Passwort war socialize, was wohl eher als Aufforderung gemeint war, nicht zu surfen. Unsere Nachtruhe wurde ebenfalls schwer durch 2 unserer 6 Zimmergenossen beeinträchtigt, die unbedingt ihre Zweisamkeit in einem quietschenden Hochbett genießen mussten.

Trotz alledem sind wir pünktlich um 8 mit dem Auto gestartet, um die Slowakei zu durchqueren. Bei strömendem Regen konnten wir trotz alledem eine wunderschöne Landschaft genießen.

Insgesamt sind wir wohl etwa 13h durchgefahren, durch die Slowakei und Ungarn nach Rumänien. Es gab nur 2 Stops: ein kleiner Supermarkt in der Slowakei und ein Powernap in einem ungarischen Plattenbauviertel. An der rumänischen Grenze haben wir dann durch Zufall 5 andere Teams getroffen.

Die haben wir dann leider in Rumänien wieder verloren, eigtl. wollten wir alle gemeinsam zelten. Über die Livetrackingkarte haben wir dann versucht, deren Zelplatz bei strömendem Regen und im Dunkeln zu finden. Das endete mit Ausflügen auf „Landstraßen“, die eigtl. schwerstes Geläde waren und z.T. mitten im Nichts endeten:

Wild verfahren

Schlussendlich hats dann aber geklappt und wir konnten wir in guter Gesellschaft relativ trocken unter einem Metallpavillon unser Zelt aufschlagen. Die Anderen hatte den irgendwo am Straßenrand entdeckt. Vermutlich auf dem Gelände einer Schule, aber am Ende hat sich niemand an unserem Aufenthalt dort gestört.

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Start und erster Tag

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Am Samstag früh konnten wir uns dann endlich registrieren und das Auto fertig bekleben. Danach gabs Weißwurstfrühstück, einige kurze Reden von Caritas und Hänsel und Gretel sowie den Organisatoren der Rallye und ein Gewinnspiel – wer hat das abgefahrenste Auto. Die Gewinner hatten einen alten Ochsenschädel an ihrem Dachgepäckträger befestigt und 4 Geländereifen auf dem Dach… Da konnten wir so ganz nicht mithalten. Aber 6 Punkte, wenn jeder Teilnehmer Punkt verteilen darf, sind auch schonmal was.

Nach dem eigentlichen Start sind wir mehr oder weniger direkt nach Österreich gefahren, wo wir feststellen durften, dass unser die ganze Zeit ausgefallen war. Dementsprechend gibt es ein ziemliches Stück Luftlinie auf unserer Karte.
Außerdem haben wir uns den Spaß erlaubt und unser gesamtes Gepäck nochmal passend umsortiert. Das dürfte noch öfter passieren. Hauptziel war diesmal, das ganze Bier möglichst gut versteckt und tief vergraben zu verstauen.

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Den Abend haben wir dann gut abgebrannt in Bratislava verbracht. Eine sehr interessante Stadt, in der verschiedene Welten aufeinanderzustoßen scheinen.

Von Hohenthann nach Hohenthann

Nachdem unser Auto die letzte Woche noch maximal für die Reise fit gemacht wurde gings am Samstagmorgen los gen München, zur Registrierung für die Rallye. Das erklärte Ziel: 16:30 in Hohenthann bei München ankommen.

Auf dem Weg gab dorthin gab es zwei erfreuliche Zwischenstops. Erst einmal in Ilmenau, wo wir noch einige unserer Kalender hinterlegt haben. Außerdem haben wir vor der Allianzarena den Andi von Tapetour Africa getroffen, der uns noch mit einer Ladung deutschem Bier (beste Devise!) versorgt hat. Wir hatten im Vorbereitungsstress tatsächlich selbst keine Zeit gehabt, welches zu besorgen…

Da unser Micra dermaßen beladen recht langsam unterwegs war (80-100km/h) kamen wir mit einer guten Verspätung (18:30) in Hohenthann bei Tuntenhausen (bei München) an… Leider das falsche Hohenthann, wie wir dort erfahren durften. Für alle, die uns solche Experimente nachmachen wollen: es gibt zwei Hohenthann bei München! Dementsprechend durften wir dann noch 2h gen Norden zurückfahren. Ein Schlenker, der auch auf unserer Livetrackingkarte ein schönes Bild gibt.

Schlussendlich konnte man dort dann aber super bei lokalem Bier ausspannen. Gezeltet wurde im Park der Schlossbrauerei, also in bestem Ambiente. Und es gab schon Samstag so einige scharfe Rallyeboliden zu bewundern.

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